In Landeck, konkret in der (damaligen) Wallfahrtskirche zu „Unserer Lieben Frau im finsteren Walde“, wurde die erste Rosenkranzbruderschaft (RKB) in der Diözese Brixen errichtet. Das Errichtungsdekret unserer Rosenkranzbruderschaft ist datiert mit 18. Oktober 1575 und wurde - wie alle Bruderschaften dieser Art - ebenfalls von den Oberen des Dominikanerordens genehmigt und unterzeichnet.

DSC 1299 Bruderschaftsaltar1629 cutSie gilt bis heute als die älteste RKB in der Diözese Brixen - welche zur damaligen Zeit das ganze Gebiet von Tirol umfasste. Es gibt keinerlei Informationen oder Hinweise, dass sie je aufgelöst worden ist. Somit gilt sie seit 1575 als bestehend. Als Initiator scheint der Zammer Pfarrer Erasmus Stainer auf.

1628 wurde in dieser Kirche der (wahrscheinlich) erste Bruderschaftsaltar aufgerichtet, von welchem noch das Altarblatt existiert. Es stellt die Muttergottes mit Kind, umgeben von den Rosenkranzgeheimnissen dar. Weiters sind der Hl. Dominkus, die hl. Katharina von Siena, sowie weitere Heilige und sogar Angehörige der RKB zu sehen. Dieses Altarbild (Foto rechts; gemalt vom Landecker Maler Jakob Hel (1600-1655)), hängt heute in der Burschlkirche.

DSC 1284 cutIm uns vorliegenden Bruderschaftsbuch der RKB aus dem Jahre 1694 sind alle Personen eingetragen, die seit Gründung 1575 bis in das Jahr 1821 aufgenommen worden sind. Danach verliert sich die Spur, vor allem deshalb, weil alle restlichen Seiten aus diesem Buch seit 1821 fehlen.

Dass die Bruderschaft auch nach 1821 sehr aktiv war, zeigt sich schon allein in der Tatsache begründet, dass 1862 in der Stadtpfarrkirche ein zweiter Bruderschaftsaltar aufgerichtet wurde - der bis heute immer noch an seinem Platz als rechter Seitenaltar steht.

In der topografisch-historisch-statistichen Beschreibung der Diözese Brixen Band 4 „Tinkhauser“ aus dem Jahre 1889 wird sehr ausführlich und detailgetreu von unserer Bruderschaft berichtet (Seiten 52-53). Dort liest man auch von einer „Herz-Mariä Bruderschaft“ die 1846 in dieser Kirche gestiftet wurde. Davon wissen wir aber eigentlich nichts mehr. Weitere wenig umfangreiche schriftliche Quellen zur Rosenkranzbruderschaft finden sich im aktuellen „Stadtbuch Landeck“ aus dem Jahre 1998 (Seite 285).

Zeitzeugen berichten von nicht unerheblichen Aktivitäten nach dem 2. Weltkrieg unter dem damaligen Stadtpfarrer Cons. Hans Aichner, der ebenfalls stark die Werbetrommel für die Rosenkranzbruderschaft rührte. Einige heute noch lebenden Personen schrieben sich damals noch in die Bruderschaft ein, die einzige „Bedingung“ war das Beten eines ganzen Psalters im Laufe einer Woche...

Man sieht, in diesen vielen Jahren des Bestehens lag es allein an den jeweiligen Seelsorgern, die Bruderschaft zu pflegen. Im Verborgenen wurde sicherlich das Gebet immer weitergetragen. Diesem Umstand ist auf jeden Fall zu verdanken, dass man sich immer wieder an die Existenz der Bruderschaft erinnerte.

Im Vorwort der Statuten von 1575 lesen wir die Worte aus Mt 26, bzw. Lk 22: „Wachet und betet immerdar, damit ihr nicht in Versuchung kommet.“ - dies gilt heute noch, und möge eine Motivation für unser Leben sein.