01 Button RKB Hintergründe  02 Button RKB Landeck  03 Button Neuerrichtung2018  04 Button RKB Wissenwertes  05 Button RKB Statut

06 Button Pflichten  07 Button Bruderschaftsgebet  08 Button Termine  09 Button Kirche MHF  10 Button Altarbild

Rosenkranzbruderschaften sind eine von den Dominikanern im 15. Jahrhundert gestiftete Gemeinschaft von Laien, deren Ziel die Vertiefung der Frömmigkeit durch das Rosenkranzgebet war.

Man versuchte die Gläubigen zu Gebetsgemeinschaften zusammenzuführen, ihnen den Schatz des Glaubens zu entfalten, dieses Gebet und die christliche Andacht zu fördern.

Laut Überlieferungen war der Hl. Dominikus selber der Initiator dieser Bruderschaften - deshalb standen diese Bruderschaften meist unter der Patronanz des Dominikanerordens, die sich als Förderer und Verantwortliche für die Errichtung der regionalen Bruderschaften wussten.

Die ersten Bruderschaften dieser Art wurden 1468 in Flandern und 1475 in Köln gegründet. Die Oberen des Dominikanerordens erstellten die Statuten und Bedingungen für die Bewilligung, so musste u.a. ein „Bruderschaftsaltar“ aufgestellt werden, ebenso „…dass eine Vorbedingung zur Errichtung verlangt, dass am Bruderschaftsaltar die Übergabe des Rosenkranzes durch die Hl. Jungfrau an den Hl. Dominicus dargestellt sei.“

Bis ca. ins 17. Jhd. hinein wurden in Mitteleuropa viele solcher Bruderschaften errichtet. Ab dem 18. Jhd. ging die Zahl der Gründungen von Rosenkranzbruderschaften rapide zurück. Heute gibt es nur mehr sehr wenige aktive Bruderschaften dieser Art - wir in Landeck freuen uns, dass unsere Bruderschaft seit Errichtung immer noch existent ist.

In Landeck, konkret in der (damaligen) Wallfahrtskirche zu „Unserer Lieben Frau im finsteren Walde“, wurde die erste Rosenkranzbruderschaft (RKB) in der Diözese Brixen errichtet. Das Errichtungsdekret unserer Rosenkranzbruderschaft ist datiert mit 18. Oktober 1575 und wurde - wie alle Bruderschaften dieser Art - ebenfalls von den Oberen des Dominikanerordens genehmigt und unterzeichnet.DSC 1432 cut hp

Sie gilt bis heute als die älteste RKB in der Diözese Brixen - welche zur damaligen Zeit das ganze Gebiet von Tirol umfasste. Es gibt keinerlei Informationen oder Hinweise, dass sie je aufgelöst worden ist. Somit gilt sie seit 1575 als bestehend. Als Initiator scheint der Zammer Pfarrer Erasmus Stainer auf.

1628 wurde in dieser Kirche der (wahrscheinlich) zweite Bruderschaftsaltar aufgerichtet, von welchem noch das Altarblatt existiert, es hängt heute in der Burschlkirche (weiterführendes und informatives siehe eigener Link).

Diese Statue der Rosenkranzkönigin (links) befand sich bis in die Nachkriegszeit in der Kirche - leider exisitiert aktuell nur mehr dieses Foto. Wo sich diese Statue derzeit befindet, ist uns nicht bekannt. Wir vermuten aber, dass sie einen engen Bezug zur Bruderschaft hatte, vielleicht sogar von der Bruderschaft gestiftet worden war. Nicht umsonst als "Rosenkranzkönigin" bezeichnet...

DSC 1284 cut

Gottes Fügung möge es gedankt sein, dass das Bruderschaftsbuch unserer Bruderschaft aus dem Jahre 1694 über mehrere Jahrhunderte erhalten blieb. Darin sind alle Personen eingetragen, die seit Gründung 1575 bis in das Jahr 1821 aufgenommen worden sind. Leider fehlen alle restlichen Seiten aus diesem Buch seit 1821. Deshalb gibt es nach dieser Zeit keinerlei Aufzeichnungen mehr über eingeschrieben Personen. Dieses Buch wird aktuell restauriert, damit wir es weiter in Verwendung haben können.

Dass die Bruderschaft auch nach 1821 sehr aktiv war, zeigt sich schon allein in der Tatsache begründet, dass 1862 in der Stadtpfarrkirche ein dritter Bruderschaftsaltar aufgerichtet wurde - der bis heute immer noch an seinem Platz als rechter Seitenaltar steht.

In der topografisch-historisch-statistichen Beschreibung der Diözese Brixen Band 4 „Tinkhauser“ aus dem Jahre 1889 wird sehr ausführlich und detailgetreu von unserer Bruderschaft berichtet (Seiten 52-53). Dort liest man auch von einer „Herz-Mariä Bruderschaft“ die 1846 in dieser Kirche gestiftet wurde. Davon wissen wir aber eigentlich nichts mehr. Weitere schriftliche Quellen zur Rosenkranzbruderschaft finden sich im Gemeindeblatt aus dem Jahre 1974 und (sehr vage) im aktuellen „Stadtbuch Landeck“ aus dem Jahre 1998 (Seite 285).

Zeitzeugen berichten allerdings von nicht unerheblichen Aktivitäten nach dem 2. Weltkrieg unter dem damaligen Stadtpfarrer Cons. Hans Aichner, der ebenfalls stark die Werbetrommel für die Rosenkranzbruderschaft rührte. Einige heute noch lebenden Personen schrieben sich damals noch in die Bruderschaft ein, die einzige „Bedingung“ war das Beten eines ganzen Psalters im Laufe einer Woche...

Man sieht, in diesen vielen Jahren des Bestehens lag es allein an den jeweiligen Seelsorgern, die Bruderschaft zu pflegen. Im Verborgenen wurde sicherlich das Gebet immer weitergetragen. Diesem Umstand ist auf jeden Fall zu verdanken, dass man sich immer wieder an die Existenz der Bruderschaft erinnerte.

Im Vorwort der Statuten von 1575 lesen wir die Worte aus Mt 26, bzw. Lk 22: „Wachet und betet immerdar, damit ihr nicht in Versuchung kommet.“ - dies gilt heute noch, und möge eine Motivation für unser Leben sein.

Nichts passiert zufällig - am wenigsten in der Kirche. Es sind die Zulassungen Gottes, die uns führen und leiten. So wurde man durch verschiedene Recherchen zu Pfarrjubiläen und Funde in Archiven auf die Existenz dieser Bruderschaft aufmerksam. Im Diözsanarchiv Brixen wurde man fündig - dort werden sowohl das Errichtungsdekret wie die Original-Statuten von 1575 verwahrt. So reifte der Entschluss, diese Bruderschaft wieder zu neuem Leben zu erwecken.

Daher wurde die Rosenkranzbruderschaft Landeck am Rosenkranzfest 2018 mit Genehmigung der Diözese Innsbruck [per Dekret Reg. Zl. II/2j-2018-389 mit Rechtswirksamkeit vom 07.10.2018, am Tag des Rosarifestes, unterzeichnet von Bischof Hermann Glettler] feierlich wieder errichtet.

Dies wurde deshalb feierlich und offiziell durchgeführt, weil die Bruderschaft die letzten Jahre mehr oder weniger in Vergessenheit geraten ist und man die Statuten an die heutige Zeit angepasst hat.

Durch die Einbindung von Laien und die Schaffung eines Vorstandes in vereinsähnlicher Form konnte die Verantwortlichkeit aufgeteilt werden. Im Rahmen der Neugründung wurde jetzt eine neue Struktur mit neuen Statuten geschaffen. Gemeinsames Ziel ist es, die Bruderschaft auf jeden Fall weiterzuführen und deren Geschicke und Aufgaben an die nächsten Generationen weiterzugeben.

In diesem ersten Jahr seit Neuerrichtung haben sich 54 Personen neu als Mitglieder einschreiben lassen. Die neuen Mitglieder sind zwischen 12 und 87 Jahre alt - bunt gemischt - Frauen und Männer, Jugendliche, Leute aus Landeck oder der näheren Umgebung. Man sieht, die Freude am Gebet des Rosenkranzes ist in Landeck neu angekommen.

Unser Hauptfest ist die Feier des Rosenkranzfestes im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt. Bereits am Vorabend gestalten wir eine Lichterprozession, daran anschließend eine Andacht in der Kirche.

Der Hl. Papst Johannes Paul II. schrieb in seinem Apostolischen Schreiben „ROSARIUM VIRGINIS MARIAE“ unter anderem diesen Satz: „Ein Gebet, das so einfach und gleichzeitig so reich ist, verdient es wirklich, von der christlichen Gemeinschaft neu entdeckt zu werden.“ Dies wollen wir uns wahrlich zu Herzen nehmen.

Lassen wir uns führen, entdecken wir neu diese so schöne Gebet des Hl. Rosenkranzes in all seinen Formen. Jede/Jeder ist herzlich willkommen in der Rosenkranzbruderschaft Landeck.

Wir laden besonders jene ganz herzlich ein, uns anzuschließen, die gerne und regelmäßig dieses Gebet pflegen, sei es in Gemeinschaft, oder einfach nur im Wissen, nicht allein damit zu sein. Gebetsanliegen gibt es genug. Komm auch du - lass dich mitreißen ...

rosenkranzaltar web1

Bruderschaftsaltar in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt Landeck

In erster Linie ist die Rosenkranzbruderschaft Landeck eine Gebetsgemeinschaft Gleichgesinnter, denen das freudige Gebet des Rosenkranzes und die Liebe zur Kirche ein Anliegen ist. Sie ist eine private Vereinigung von Gläubigen gemäß § 321 CIC (Kirchenrecht). Durch diese Gebetsgemeinschaft möchte man sich geistigerweise zusammenschließen – eins werden im Glauben, durch das Gebet, das keine Räume und Grenzen kennt.

Die Mitglieder stehen treu zu den Anliegen der Kirche und der Botschaft Jesu Christi und haben – idealerweise aber nicht unbedingt notwendig – eine besondere Verbindung zur Stadtpfarrkirche zu „Unserer Lieben Frau Mariä Himmelfahrt“ (Sitz der RKB) und den Landecker Stadtpfarren.

Die neu definierten Ziele sind:

die Erneuerung der Mitglieder aus dem christliche Geist gemäß dem Vorbild und unter dem besonderen Schutz der Rosenkranzkönigin, der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria sowie

die Hinführung und Begleitung der Mitglieder zu einem apostolischen oder diakonalen Engagement im eigenen Lebens- bzw. Arbeitsumfeld.

Mitglieder können gefirmte Frauen, Männer und Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr werden, die in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen. Jedes Mitglied wird in das Bruderschaftsbuch eingetragen.

Ein gewisses Gemeinschaftsleben ist erwünscht, aber nicht unbedingt Voraussetzung für eine Mitgliedschaft an der RKB-Landeck. Es ist ebenso möglich, sich als sogenanntes „Stilles Mitglied“ der RKB-Landeck anzuschließen. Dies gilt in besonderer Weise für kranke, bettlägerige Personen, wie nicht in Landeck wohnhaft, denen ein Gemeinschaftsleben so nicht möglich ist.

Die RKB möchte durch ihre Statuten, durch Veranstaltungen (Einkehrtage, Wallfahrten, Umgänge), wie durch entsprechende Schriften zu einem geistigen Leben in Kirche und Welt anregen und ermuntern, damit wir das nötige Rüstzeug „Gottes“ für unser Leben haben (vgl. Eph 6, 11ff).